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Urlaub in Bayern – Tipps von einer Einheimischen

Bayern gibt mehr her, als lediglich Dirndl, Oktoberfest und Blasmusik, findet Miriam Zöllich. Die Münchnerin möchte euch heute ein paar Ideen für tolle Urlaubstage im Süden Deutschlands mit auf den Weg geben. Oder auch gern Einheimischen ein paar Möglichkeiten vorstellen, ihren Lebensraum neu entdecken zu können.

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Elischeba: Liebe Miriam, was magst du an deiner Wahlheimat München?

Miriam: Ha, eine witzige Frage. Denn ich wohne seit Kurzem gar nicht mehr in München – aber das konntest du natürlich nicht wissen! Ich bin wieder in meine Heimatstadt Weißenburg in Franken gezogen. Ich kann dir aber gerne erzählen, was ich an beiden Städten mag 🙂

In München habe ich sieben Jahre lang gelebt – und man kann diese Stadt einfach nur als wunderschön bezeichnen. Wenn man durch Haidhausen oder Schwabing schlendert, vor allem an lauen Sommerabenden, fühlt man sich wie im Urlaub.

München wird nicht umsonst als nördlichste Stadt Italiens bezeichnet!

Die bayerische Landeshauptstadt bietet einfach wahnsinnig viel: Urbanes Großstadtleben, bayerische Gemütlichkeit – und in einer halben Stunde ist man schon in den Alpen.

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Blick vom Friedensengel aus über München

Dennoch bin ich nun in meinen Geburtsort zurückgezogen, eine Kleinstadt südlich von Nürnberg. Die Gründe sind simpel:

Dort sind meine Freunde und meine Familie, und in meinem Herzen bin ich einfach immer ein „Frange“ geblieben. Für Restdeutschland sind wir zwar alle einfach nur „Bayern“. Aber wir hier unten differenzieren da schon genauer.. natürlich immer mit einem Augenzwinkern 😉

Elischeba: Und wo zieht es dich hin, wenn du Erholung suchst?

Miriam: Pure Erholung ist für mich ein Wintersport-Tag in den bayerischen Alpen. Am liebsten fahre ich nach Lenggries, ein schnuckeliges Skigebiet etwa eine Autostunde südlich von München.

Eiskalte, klare Bergluft, warme Sonnenstrahlen und den ganzen Tag Bewegung: Ich garantiere euch, nach so einem Tag ist euer Hirn wie leergefegt und ihr fallt einfach nur glücklich in die Federn! (Im Idealfall habt ihr dann natürlich noch eine Übernachtung in einem Wellness-Hotel gebucht. Aber Vorsicht, dass ihr nicht im Whirlpool einpennt.. 😉  )

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Skifahren in den Alpen

Im Sommer sind natürlich die vielen schönen Seen in Bayern ein idealer Ort zum chillen. Viele von ihnen haben mittlerweile lässige Beach-Bars mit Palmen, Hängematten und Cocktails (zum Beispiel das Strandbad in Übersee am Chiemsee). Das ist wie in kleiner Abstecher in die Karibik!

Elischeba: Welche Tipps hast du für Adrenalin-Junkies?

Miriam: Was die Action-Sportarten angeht, bin ich derzeit noch am Testen. Ich bin ja ehrlich gesagt ein kleiner Angsthase und muss mich am Anfang oft überwinden, etwas auszuprobieren.

Wenn ich es dann aber durchgezogen habe, bin ich mega glücklich. Als Beispiel: Vergangenes Jahr habe ich einen Paragliding-Tandemflug gemacht.

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Paragliding Tandemflug

Sofort nach dem „Absprung“ am Berg war meine Nervosität wie weggefegt und das Gefühl war einfach atemberaubend. Einen solchen Tandemflug kann man an zahlreichen Bergen in Bayern machen (z.B. am Tegernsee oder am Sudelfeld) und ich empfehle es wirklich jedem!

Elischeba: Wow – dein Foto aus der Vogelperspektive ist aber auch wirklich der Hammer! Was müssen sich Kulturinteressierte denn unbedingt gönnen?

Miriam: Das ist eine wirklich schwierige Frage, denn Bayern hat kulturell wahnsinnig viel zu bieten. Das fängt an bei Musikfestivals und geht über Museen bis hin zum traditionellen Brauchtum.

Ich will drei ganz unterschiedliche Tipps herausgreifen: Für diejenigen, die geschichtlich interessiert sind, empfehle ich das NS-Dokumentationszentrum im ehemaligen Reichsparteitag in Nürnberg.

Eine wirklich umfassende und multimediale Aufarbeitung der Nazi-Zeit an einem geschichtsträchtigen Ort. Ist zwar ein sehr ernstes Thema, aber die Ausstellung ist wirklich sehenswert.

Mein zweiter Tipp wäre eine Themenstadtführung, Die werden fast in allen größeren Städten Bayerns angeboten und sind nicht so 08/15 wie die üblichen Tourismusführungen. In München wäre ein Veranstalter zum Beispiel „Stattreisen“ oder der „Weis(se) Stadtvogel.“ In vielen anderen Städten (zum Beispiel Würzburg) werden auch Nachtwächterführungen angeboten, auch kulinarische Rundgänge (zum Beispiel über den Münchner Viktualienmarkt) gibt es.

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Kirchweihumzug

Und zum Schluss würde ich empfehlen, einmal eine traditionelle bayerische Brauchtumsveranstaltung zu besuchen – beispielsweise den Almabtrieb im Allgäu oder das Maibaumaufstellen in Kochel am See. Je nachdem, wann ihr in Bayern seid, helfen euch die Tourist-Infos gerne mit aktuellen Terminen weiter. Irgendwo ist immer was los 😉

Elischeba: Bier, Weißwurst und Schweinshaxe. So stellen wir uns ein typisch bayerisches Essen vor. Für welche kulinarischen Genüsse ist deine Heimat sonst noch bekannt?

Miriam: Viele Touristen gehen in München ins Hofbräuhaus und denken, sie haben damit die bayerische Kulinarik abgehakt. Sicher, dort gibt’s leckeres Bier und Schweinshaxe. Aber es gibt eben noch so viel mehr zu entdecken.

Als die Bierregion schlechthin gilt zum Beispiel Oberfranken. Dort gibt es unzählige kleine Brauereien, und jede hat ihr eigenes Hausrezept. Das Bier wird dann in einem traditionellen Bierkeller genossen. Das sollte jeder Bierliebhaber unbedingt einmal ausprobieren! Und wer kein Bier mag, wird vor allem in Unterfranken eine breite Palette an regionalen und herrlichen Weinen finden.

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Flädlesuppe auf der Alm

Was das Essen betrifft: Hier hat eigentlich jede Region in Bayern nochmal ihre eigenen Spezialitäten. In Würzburg gibt es zum Beispiel die Winzerbratwurst, in deren Brät tatsächlich Frankenwein enthalten ist. Superlecker!

Toll sind auch die vielen regionalen Produkte, die man auf Wochen- und Bauernmärkten oder beim Direkterzeuger findet (Tourist-Infos geben hier wieder Auskunft). Honig, Marmeladen, Schinken, Käse, Schokolade… da lebt man in Bayern schon wie im Schlaraffenland 😉

Elischeba: Lecker, lecker. Welche Art Urlaub würdest du Familien empfehlen und  wo gibt es viele kinderfreundliche Möglichkeiten?

Miriam: Jetzt hast du meinen Schwachpunkt erwischt! Ich selbst habe keine Kinder und will jetzt nicht irgend einen Schmarrn erzählen, von dem ich keine Ahnung habe. Aber ich habe geplant, meine Freundin samt Nachwuchs im nächsten Jahr als „Experten“ in meinen Blog mit einzubeziehen – frag mich also dann noch mal 😉

Ah halt, einen Tipp will ich dennoch loswerden: Ich finde Wildparks für Kinder ganz ganz klasse. Den bislang schönsten fand ich in Poing, etwa 30 Kilometer östlich von München.

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Wildpark Poing

Dort gibt es sehr schön angelegte Gehege für Rehe, Wildschweine, Luchse und andere heimische Tierarten. Ich finde es total wichtig den Kids die Tiere in ihrem (fast) natürlichen Lebensraum nahe zu bringen, anstatt ihnen Delfine in einem Schwimmbecken im Zoo vorzuführen.

Elischeba: Oh ja, das sehe ich auch so! Stell dir vor, jemand sagt dir, dass er zwei Wochen Urlaub hat und in dieser Zeit Bayern kennen lernen möchte. Welchen groben Plan würdest du ihm vorschlagen?

Miriam: Erst mal meinen Blog lesen natürlich! 😉 Spaß beiseite: Es ist total schwer, da feste Vorgaben zu machen – denn Bayern ist vielseitiger, als man denkt.

Schon allein wenn man die großen (und sehenswerten) Städte München, Nürnberg, Regensburg, Bamberg, Augsburg, Passau und Würzburg durchmachen will, ist man zwei Wochen beschäftigt.

Mein Vorschlag: Beim Tourismusverband Bayern und den regionalen Tourismusverbänden (z.B. Franken, Allgäu) gibt es unzählige Broschüren, die man sich kostenlos bestellen kann. Und zwar zu allen möglichen Themen, vom Wellnessurlaub bis hin zu Motorradtouren. Da wird jeder fündig!

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Miriam Zöllich

Elischeba: Danke für die wirklcih tollen und umfangreichen Tipps. Welche bayerische Ecken möchtest du als nächstes erkunden?

Miriam: Ich bin zur Zeit total scharf auf’s Allgäu. Ich war noch nicht oft dort, dabei hat die Region unheimlich viel zu bieten: Wandern, Canyoning, Skifahren, Schneeschuhwandern… und natürlich Käsespätzle!

Und HIER geht`s zum Bayern Blog von Miriam – mit vielen weiteren Tipps und Fotos

Bildrechte: Miriam Zöllich (bei Fragen zur Nutzung bitte direkt an die Autorin wenden)

 

3 Kommentare zu Urlaub in Bayern – Tipps von einer Einheimischen

  1. Danke für die tollen Tipps, sehr schön zu lesendes Interview 🙂

  2. da möchte man gleich nach Bayern fahren … vielleicht im Sommer 2015

  3. Sehr schönes Interview. Als Allgäuer kommt man ja eigentlich nie nach Franken. Zumindest selten. Dabei wäre ja gerade die Brauerei-Kultur schon alleine eine Reise wert. (Nach diesem Bericht nehm ich mir das für 2015 ganz fest vor).

    Bayern ist ja soooo groß. Ich brauche mit dem Auto quer durch Bayern von meinem geliebten Allgäu bis nach Hof (ist das Oberfranken?) ganze 5 Stunden mit dem Auto. Das sind so viele Regionen mit ihren ganz eigenen und unverwechselbaren Eigenheiten. Nicht zu vergleichen.

    Das einzige was vielleicht vergleichbar ist: Für die Oberbayern und Münchner sind Franken und Allgäuer nur lustige Randerscheinungen. *zwinker. Sozusagen die Diaspora. 😉 ….

    Wer gerne ins Allgäu reist: Meine Heimat-Allgäu-Highlights gibts beim Smutje Rosa Blog

    Vielen Dank, liebe Elischeba, ich les Deinen Blog so gerne. Immer gleich morgens zum Kaffee …
    Beste Grüße

    Ulli

    http://smutje-rosa.blogspot.de/

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