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Krankenhaus Vung Tau, Ambulanz, Tropf, Infusion, hohes Fieber

Dritter Tag Vietnam

Plötzlich hohes Fieber

Am Morgen geht es mir super. Ich bediene mich am hochwertigen Buffet des schönen Imperial Hotels mit typisch vietnamesischen Köstlichkeiten. Exotische Früchte sowie „Cha gio“ – die Frühlingsrollen aus dünnem Reisteig, welche mit Krabben, Fleisch und / oder Ei gefüllt sind, gehören dazu. Weit verbreitet und lecker ist außerdem auch „mien ga“ – die typische vietnamesische Nudelsuppe mit Hühnchenfleisch.

Hier schlage ich ebenfalls zu und genieße es, mit anderen Schönheitsköniginnen draußen zu sitzen und die angenehme Morgenluft einzuatmen sowie den Blick auf die Palmenlandschaft zu werfen. Wann der richtige Zeitpunkt für Kinder ist, das ist das Gesprächsthema. „Früh ist schöner“, sagt die 24 Jahre junge Mutter und amtierende Mrs. Kreta, während Mrs. Niederlande mir gesteht, dass sie – wenn sie noch einmal entscheiden könnte – lieber mit Ende 30 Nachwuchs bekommen würde.

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Fotograf: privat

Als die Mädels samt mir bei der morgendlichen Besprechung auf den Tag vorbereitet werden, geht es mir auf einmal nicht besonders gut, aber ich denke, dass es schon wieder besser werden wird. Plötzlich fühle ich mich ziemlich schlapp und frage die Personen der Mrs. World Organisation nach einem Arzt. Immerhin habe ich aus meiner schmerzhaften Erfahrung in Ägypten im April 2009 gelernt und weiß, dass schnelles Handeln bei den ersten Auswirkungen von Krankheit nicht zu unterschätzen ist.

Wunderpille

Im Informationsraum sind ein paar nette vietnamesische Angestellte zugegen, die den Arzt anrufen. Alle wollen irgendwie etwas tun, damit es mir besser geht, auch wenn sie nicht genau wissen, was mir helfen würde. Die Hilfsbereitschaft der warmherzigen Asiaten ist groß. Plötzlich wird mein Kopf ziemlich heiß und ich lege mich prompt auf die nächste Couch. „Oh nein, bitte nicht schon wieder“, denke ich mir verzweifelt. „Ist das ein Zeichen dafür, dass ich nur noch Nahreisen machen soll? Dass ich lieber Hausfrau und Mutter werden soll?“ Mir gehen die merkwürdigsten Gedanken durch den Kopf. Dass heute Samstag ist und ich zu Hause bei meinem geliebten Pierre sein könnte.

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Fotograf: Hausfotograf des Sandals Whitehouse Resort (Jamaika)

Jedoch ist die Teilnahme an den Veranstaltungen der Mrs. World Organisation meine – teilweise auch sehr angenehme – Pflicht und der Titel hat uns als Paar auch eine Menge Vorteile gebracht. Wieso ziehe ich denn immer wieder solche Dramen an? Es gibt hier über 70 Missen und davon ist außer mir nur eine einzige momentan krank, nämlich Mrs. Brasilien. Das Fieber wird höher.

„Um die 40 Grad“, sagt die Ärztin, die mittlerweile eingetroffen ist und unter meinem Arm meine Temperatur gemessen hat. Ich habe keine Schmerzen, aber ich fühle mich einfach ganz komisch. Und von Minute zu Minute komischer. Als wenn meine Lebensenergie meinen Körper verlassen möchte. Ich kriege etwas Panik.

Ich erinnere mich an meine Erlebnisse in Ägypten, als man mir keine Infusion geben konnte, da mein Blutdruck zu stark gesunken war und lege meine Beine als Vorsichtsmaßnahme hoch. Damals hat die Höhe des Fiebers bewirkt, dass meine Nieren nicht mehr richtig gearbeitet haben, mein Körper auf Notfall umgeschaltet hat und ich nach dem „Fallen in Bewusstlosigkeit“ erst am dritten Tag auf der Intensivstation wieder richtig aufgewacht bin.

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Fotograf: privat

Mir gehen die Worte des Arztes später in Deutschland durch den Kopf: „Medizinisch ist es ein Wunder, dass Ihnen nichts passiert ist.“ All das möchte ich wirklich nicht noch einmal erleben. Die freundlichen Vietnamesen und Runya von der Mrs. World Organisation legen mir eine Menge Medikamente auf den Tisch. Eins davon ist stark fiebersenkend. Keine Ahnung wie viele Nebenwirkungen das Zeug hat, aber das brauche ich jetzt! Schnell schlucke ich es mit etwas Wasser.

Super: Jetzt habe ich Grund zum Aufatmen: Die Medikamente wirken. Das Fieber sinkt. Und sinkt. Bereits nach circa 20 Minuten. Und meine Temperatur wird wieder normal. Noch einmal Glück gehabt. In den Tropen scheinen Infektionen schnell zu kommen, aber bei der richtigen Behandlung auch schnell wieder zu gehen. Was auch immer „Hapacol Blue“ genau ist – es scheint Wunder zu wirken.

Krankenlager

Trotzdem werde ich vorsichtshalber mit Blaulicht auf einer Liege ins Krankenhaus gefahren – eine Infusion soll helfen, so dass ich schnell wieder richtig fit bin. Mir ist ein bisschen unbehaglich als ich im „Hospital“ ankomme. Ich befinde mich in einem riesigen Raum voller Menschen – ob Ärzte, Krankenschwestern oder Patienten – nur Vietnamesen sind hier. Ich werde von allen Seiten so angeguckt als wenn ich von einem anderen Planeten kommen würde, aber trotzdem sehr freundlich.

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Fotograf: privat

Leider ist kein Bett für mich frei, also wird eine junge Frau darum gebeten, für zwei Stunden auf einem nahe gelegenen Stuhl zu sitzen, was mir ein bisschen unangenehm ist. Beim Umschauen fällt mir auf, dass das „Nile hospital“ in Hurghada wesentlich europäischer eingerichtet ist. Der Waschraum besitzt hier weder Seife noch Toilettenpapier. Hoffentlich kann ich schnell wieder ins behagliche Imperial Hotel. Überhaupt liegen die zahlreichen kranken Personen in diesem Großraum extrem nah beieinander – Männlein, Weiblein und Kinder alle beisammen in einer großen Halle.

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Fotograf: privat

„What do you want?“ fragt mich der Doktor freundlich. Erst mal muss ich kurz lachen und sage ihm, dass er doch der Arzt ist. Danach sage ich ihm, dass ich eine Infusion mit Mineralstoffen benötige. Diese folgt kurz darauf. Die Nadel ist frisch, alles ist desinfiziert. Ich bin darüber erleichtert. Fast die ganze Zeit steht der junge Mann bei mir – irgendwie scheint er froh zu sein, dass eine Dame aus Deutschland in Behandlung ist und versucht sich mit Händen und Füßen mir zu unterhalten.„You´re so beautiful“, sagen mir immer wieder fremde Menschen – Vietnamesen mögen Blondinen.

Als ich alleine bin mache ich aus Langeweile Fotos von mir selbst, was der Doktor ziemlich lustig findet. Mein Mann würde sagen: „Schön, dass zeigt, dass es meiner Elli wieder gut geht.“

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Fotografin: Elischeba Wilde

Ein wichtiger Abend – schade, dass ich nicht dabei sein kann

Schade nur, dass ich für die Proben am heutigen und wichtigsten Abend (nach dem Finale) noch nicht fit genug bin. Gerne würde ich auch den Vietnamesen den Gefallen tun, dabei zu sein. Bei einem gewaltigen Barbeque und einer Menge Musik zeigen sich die Schönheitsköniginnen vor der Presse und zahlreichen Zuschauern auf der Bühne. Diese Präsentation ist äußerst wichtig für die Entscheidung der Top Ten.

Die blonde 1,81 Meter große Misses Polen ist optisch ein sehr ähnlicher Typ wie ich, es scheint sie zu erfreuen, dass ihre „Konkurrenz“ ausgeschaltet ist – so mein Empfinden. Die anderen Missen sind sehr besorgt, was ich süß finde. Was mich betrifft, ich bin glücklich darüber, wieder fast fit zu sein und freue mich auf den Genesungsanruf von meinem geliebten Mann. Außerdem komme ich jetzt zeitlich zu Blogeinträgen, was euch als Leser erfreuen wird. Als ich nachts im Bett liege, höre ich draußen ein Feuerwerk über dem Meer. Mal schauen, was sich die nächsten Tage ergibt.

Bis bald und liebe Grüße von Elischeba

 

3 Kommentare zu Krankenhaus Vung Tau, Ambulanz, Tropf, Infusion, hohes Fieber

  1. Kann das sein, dass Du auf jeder zweiten Reise Bekanntschaft mit dem Krankenhaus machst? 😉

  2. Auweia – ich dachte, sie wären nur in Ägypten im Krankenhaus gewesen. Aber das hier sieht ja harmloser aus als die Worte im Hurghada Bericht. Wenigstens wirken Sie hier „frisch“ 😉

    Türkei, Hurghada, Vietnam, Marokko, Tunesien – anscheinend alles Länder, wo man Durchfall kriegen kann und krank werden kann.

    LG KarinSchwarz

  3. Puh das ist ja krass … deswegen fliege ich nicht gern in solche Länder

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