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Der Traum einer Weltreise – neues Interview

Yea – in wenigen Tagen darf ich endlich wieder Koffer packen. Wohin es geht verrate ich euch bald. Bis dahin möchte ich euch weiterhin tolle Reiseblogger mit persönlichen Geschichten vorstellen.

Heute unterhalte ich mich mit Franziska Philipp, die sich (nicht nur) einen Traum erfüllt hat.

Elischeba: Wie bist du auf die Idee gekommen, eine Weltreise zu machen?

Franziska: Eine Weltreise war schon immer mein großer Traum, denn vom Reisen kann ich nie genug bekommen. Ich liebe es, meinen Rucksack zu packen und loszuziehen. Die Welt ist so groß und es gibt so viel zu sehen: verschiedene Länder, Menschen, Kulturen, Landschaften.

Ich möchte so viel wie möglich davon in meinem Leben kennenlernen und bereisen. Außerdem wollte ich wissen, wie es sich anfühlt, wenn eine Reise nicht nach den klassischen zwei oder drei Wochen vorbei ist.

1000travelstories

Elischeba: Das fühlt sich bestimmt toll an. Welche Vorbereitungen hast du denn für deine Weltreise getroffen?

Franziska: Die längste Zeit war ich damit beschäftigt, den Mut zu sammeln um loszuziehen. Es gibt ja eigentlich nie den perfekten Zeitpunkt. Deshalb muss man sich die Voraussetzungen dafür selbst schaffen: die berufliche Pause planen, mit dem Partner viele Abende und Nächte diskutieren, überlegen was mit der Wohnung passieren soll.

Als diese Sachen geklärt waren, ging es dann ganz schnell. Reisepass und Impfpass checken und den ersten Flug buchen. Bei uns war das nur ein oneway Flug nach Bangkok.

Elischeba: Wow. Wie konntest du das finanziell regeln, ein paar Monate nicht im Berufsleben zu stehen und gleichzeitig teure Flüge zu zahlen?

Franziska: Wir haben die Jahre davor gespart und das Geld zur Seite gelegt, von dem wir während der Reise gelebt haben. Was die Flüge betrifft, müssen die nicht unbedingt teuer sein bei einer Weltreise.

Wir haben so oft wie möglich Low Cost Airlines genutzt, viel Zeit in die Internetsuche investiert, auf günstige Flughäfen und –verbindungen zurückgegriffen. Was sicher auch zur finanziellen Entlastung beigetragen hat, war unsere antizyklische Reiseroute. In den meisten Ländern waren wir in der Nebensaison statt zur Hauptreisezeit. Da kann man auch nochmal viel sparen, sowohl bei den Flügen als auch vor Ort.

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Am Strand von Miami (Florida)

Elischeba: In welcher Reihenfolge bist du dann gereist und welche Gründe hatte das?

Franziska: Wir haben bis zur letzten Minute überlegt, in welche Richtung wir starten wollen. Schlussendlich sind wir nach Osten geflogen, weil wir es gerade am Anfang leicht haben wollten.

Thailand ist ein super Reiseland, sehr einfach, unkompliziert und günstig. Außerdem ist es dort im April, unserem Startmonat, schön warm.

Nach Bangkok gibt es auch immer relativ günstige Flüge. Somit war die Richtung dann vorgegeben und wir sind nach Südostasien (Thailand, Kambodscha, Kuala Lumpur, Singapur und Indonesien) nach Australien und Neuseeland geflogen. Dann ging es weiter über Südamerika (Chile, Bolivien und Peru) nach Florida, das mit Fort Lauderdale einfach die günstigste Verbindung zurück Richtung Europa hatte.

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Ta Prohm – nordöstlich des bekannten Tempels von Angkor Wat (Kambodscha)

Elischeba: Wo und wie hast du meistens gewohnt? 

Franziska: Bei den Unterkünften hatten wir den Grundsatz: so wenig wie möglich, aber so viel wie nötig ausgeben. Schließlich war es „nur“ für ein paar Stunden, in denen wir die Augen zu haben. Das einzige, was nicht in Frage kam, war Dorm/Schlafsaal.

Bis auf ein Mal (am Uluru) ist uns das auch immer gelungen. Am liebsten haben wir in kleinen Guesthouses geschlafen, vor allem in Asien sind die sehr günstig und trotzdem sehr gut. In Indonesien hatten wir fast immer ein Homestay, man schläft im Haus der Besitzer und hat Familien-Anschluss, meistens machen sie einem sogar noch ein kleines Frühstück. Wenn wir an einem Strand gewohnt haben, dann haben wir uns immer einen kleinen Bungalow gemietet.

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Gasthaus in Thailand

In Australien und Neuseeland war es ganz anders. Da waren wir in einem Camper unterwegs, das Auto war also gleichzeitig Bett, Küche, Wohnbereich und Transportmittel. Das war für uns was ganz Neues und trotzdem total schön, ein ganz eigenes Gefühl von Freiheit.

In Nord- und Südamerika war es ein Mix aus Guesthouses und Hotels. Die Hotels waren dann meistens 3*, hin und wieder auch ein typisches Motel, wie man es aus den amerikanischen Filmen kennt. Rückblickend war eigentlich alles dabei, vom Camper bis zum Wolkenkratzer. Und genau das ist ja auch das Schöne, dass man sich immer irgendwie an das Land anpasst.

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Camper in Neuseeland

Elischeba: Was hast du spontan anders gemacht als vorher geplant?

Franziska: Ehrlich gesagt hatten wir gar keinen fixen Plan. Deshalb haben wir uns auch bewusst gegen ein Round-the-world Ticket entschieden, wir wollten uns einfach nicht festlegen und spontan bleiben. Nur die grobe Richtung war klar.

Womit ich bei der Abreise eher nicht gerechnet hätte, war der Besuch von Südamerika. Ich hätte da eher auf USA getippt. Lustigerweise war es der Film “Motorcycle Diaries”, den wir uns beim Campen in Australien angeschaut haben, der ausschlaggebend für Südamerika war. Danach haben wir Ausschau nach Flügen dorthin gehalten und bei der nächstbesten Gelegenheit gebucht.

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Der Uluru (Ayers Rock) in Australien

Elischeba: Welche Länder haben dir ganz besonders gut gefallen?

Franziska: Da sage ich spontan Kambodscha, Peru und Neuseeland. Schön war es aber sicher überall, jedes Land hatte da so seine eigenen Highlights. Darüber hinaus profitiere ich einfach von den vielen Erfahrungen, die ich machen durfte und die mich wahrscheinlich auch etwas verändert haben.

Ich wollte auf einmal Sachen machen, an die ich vorher im Leben nie gedacht hätte (zum Beispiel nachts einen aktiven Vulkan besteigen). Außerdem finde ich es schön zu wissen, dass man nicht immer alles im Leben planen muss. Einfach mal einen Gang runterschalten, die Leute vor Ort um Rat und Tipps fragen und darauf vertrauen. Das hat sich bestens bewährt.

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Blick auf Machu Picchu und die Bergspitze des Huayna Picchu in Peru

Elischeba: Wobei hast du dich nicht so wohl gefühlt?

Franziska: Dadurch, dass die Menschen in den Hauptstädten in Südamerika ganz anders leben (müssen) als wir, haben sie auch eine andere Hemmschwelle, was Sicherheit betrifft. Wir hatten halt ständig die Ratschläge im Kopf: nachts nicht allein unterwegs sein, nur registrierte Taxis benutzen, wenig Bargeld einstecken, auf die Kamera aufpassen, usw. Eigentlich Dinge, die man überall beachten sollte.

Aber gerade in La Paz und Lima passiert so viel und man wird sogar am Flughafen und im Hotel mehrmals darauf hingewiesen. Da ist mir klar geworden, dass mir ein grundsätzliches Sicherheitsgefühl sehr wichtig ist, um mich wohlfühlen zu können.

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Blick auf Valparaiso (Chile)

Elischeba: Wo hat es besonders gut geschmeckt?

Franziska: Ich liebe die asiatische Küche! Selbst nach einer Weltreise liegt Thailand für mich ganz weit vorn, genauso wie Kambodscha. Oft waren es aber auch bestimmte Situationen, die ein Essen besonders gemacht haben: die erste selbstgekochte Pasta auf dem Campingplatz, frisches Gemüse vom Bauernmarkt, die Gerichte beim Kochkurs oder ein einfaches Sandwich nach einer langen Bergwanderung auf den Gipfel.

Elischeba: Wo fandest du die Menschen besonders nett?

Franziska: Thailand wird nicht umsonst das Land des Lächelns genannt, das kann ich bestätigen. Die Kambodschaner haben auf mich auch sehr freundlich gewirkt. In beiden Ländern schwingt sicher auch der natürliche Respekt vor Menschen mit.

Extrem freundlich und aufgeschlossen waren auch die Australier. Da redet dich einfach jeder immer und überall an. Das fand ich sehr positiv, man kommt sofort ins Gespräch und lernt so natürlich viel mehr über ein Land und seine Leute.

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Kaikoura auf der Südinsel Neuseelands

Elischeba: Welche Tipps hast du für meine Leser, die eine Weltreise planen möchten?

Franziska: Es ist schwer, da einen universell gültigen Tipp zu geben. Jeder ist und reist ja anders. Vielleicht hilft es am meisten, sich über seine Art des Reisens klar zu werden.

Jemand, der mehr Sicherheit und Planung braucht, sollte sich über Round-the-world-Tickets informieren. Wer spontan unterwegs sein möchte, könnte sich ein paar Länder mit günstigen Flugverbindungen zurecht legen, auf die man dann während der Reise zurückgreifen kann.

Geld ist ein wichtiger Punkt, am besten regelmäßig sparen und sich immer wieder erinnern, wofür man das Geld zurück legt. Aber das Wichtigste ist sicher, dass man den ersten Schritt selbst machen muss. Irgendwann muss man anfangen, denn eine Weltreise kommt nicht zu dir und sagt: hier bin ich.

Elischeba (lacht): Nee, das wäre aber sicher praktisch. Welche Reisen hast du für die Zukunft geplant?

Franziska: Konkret geplant haben wir noch nichts. Marokko, Costa Rica und Kanada stehen schon länger auf meiner Bucketlist. Vielleicht wird es auch endlich mal Portugal oder New York. Die Reiseplanung gehen wir nach wie vor spontan an.

Elischeba: Ganz lieben Dank für das tolle Interview – hier geht es zum Blog 1000travelstories.com

Photocredits: 1000travelstories

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2 Kommentare zu Der Traum einer Weltreise – neues Interview

  1. so jung und mehr gereist als unser eins in seinem ganzen Leben 😉 ja, das ist ein Traum!

  2. da kriegt man total Fernweh beim Lesen 🙂

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