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Interview mit einem Tramper

Hey Ihr Lieben,

da meine Interviews mit anderen Journalisten und Bloggern auf meinem Mamablog und meinem Beautyblog so gut bei euch ankommen, dachte ich mir, dass ich diese Serie nun auch auf meinem Reiseblog starte und habe gleich einen besonders interessanten Gesprächspartner gefunden. Timo nennt sich selbst im Netz „Bruder Leichtfuss“ – wieso der Name passt, erfahrt ihr hier:

Elischeba: Timo, unsereins setzt sich bequem ins Flugzeug oder Taxi. Du bist ständig per Anhalter auf Reisen. Wieso das denn?

Timo: Natürlich steige auch ich immer mal wieder in ein Flugzeug. Ich habe dann aber immer das Gefühl, so viele coole Dinge zu verpassen, die auf dem Weg liegen. Beim Reisen per Anhalter treffe ich automatisch, meist ziemlich nette Menschen aus der Gegend, in der ich gerade unterwegs bin. So kann ich so richtig „Land und Leute“ kennen lernen. Außerdem bin ich Fan davon, langsam zu reisen. Reisen per Flugzeug kommen mir immer ein bisschen vor, als würde ich in eine Zeitmaschine einsteigen, die mich dann irgendwo wieder „ausspuckt“.

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Elischeba: Das ist ja ein witziger Vergleich. Hast du denn beim Trampen ein genaues Ziel oder lässt du dich gern ein bisschen treiben?

Timo: Ich stehe total darauf, mich treiben zu lassen. So kann ich mich immer wieder selber überraschen – und lande so immer an spannenden Orten, die ich oft vorher nicht einmal auf dem Zettel hatte.

Reisen-per-Anhalter

Elischeba: Hört sich spannend an. Gab es auch schon mal eine Situation, wo du Schiss bekommen hast?

Timo: Es passiert gelegentlich, dass ich ein mulmiges Gefühl habe. Meistens verlasse ich mich aber auf mein Bauchgefühl – wenn mir etwas komisch vorkommt, steige ich nicht ein. So ist mir noch nie irgendetwas passiert – höchstens wurde es mal aufregend.

Elischeba: Welche Situation war die coolste beim Trampen? 

Timo: Eine der coolsten Situationen war sicherlich, als ich per Anhalter in Spanien unterwegs war. Dort lernte ich zufällig den Kapitän eines Segelbootes kennen und fand mich plötzlich auf seiner Yacht wieder. Mittlerweile bin ich riesiger Segelfan und bin dann ja sogar über den Atlantik getrampt – das wäre mir nicht passiert, wenn ich mit dem Flugzeug auf dem Weg zu einem vorher festgelegten Ziel gewesen wäre.

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Elischeba: Das ist eine tolle Story. Hey, Trampen kostet fast nichts. Aber du musst zwischendurch auch mal was essen und irgendwo schlafen. Wie kriegst du das finanziell hin?

Timo: Zunächst einmal habe ich meine laufenden Kosten soweit wie möglich reduziert. Ich habe kein Auto, keine teure Wohnung oder sonst irgendwelchen Luxus. Dann bin ich als freiberuflicher Schreiber unterwegs. So kann ich eigentlich von überall aus arbeiten, Hauptsache ich habe meinen Laptop dabei und ich bekomme irgendwo Wifi.

Manchmal muss ich mich aber auch irgendwo für eine Zeit lang niederlassen, um dann in kurzer Zeit möglichst viel Kohle zu scheffeln – da ist mir aber immer wichtig, dass die ganze Geschichte befristet ist.

Elischeba: Welche Vorteile hat es denn, mit wenig Budget zu reisen?

Timo: Vor allem bewahre ich mir dadurch meine Unabhängigkeit – mir ist es sehr wichtig, mich völlig frei zu fühlen und nicht in irgendwelche Abhängigkeiten von Chefs oder Auftraggebern zu geraten. Außerdem macht Reisen ohne viel Geld es einfacher, Leute kennen zu lernen. Das geht beim Trampen besser als im Taxi, ist in Hostels einfacher als in Hotels. Ich habe außerdem schon eine Menge Freunde beim Couchsurfen kennen gelernt!

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Elischeba: Dein Rucksack mit dem Gesicht drauf ist originell. Wie schaffst du es denn, mit so wenig Gepäck zu reisen?

Timo: Das ist ähnlich wie die Geschichte mit dem Geld: Ich habe gelernt, mit wenig auszukommen, auch, was Klamotten angeht. Schließlich gibt es in fast jedem Ort Waschsalons, in denen ich meine stinkende Wäsche wieder sauber bekomme.

Ein „Problem“ teile ich aber mit dir: Schuhe! Eigentlich würde ich gerne mit nur einem Paar auskommen, das ist aber irgendwie unmöglich. Schließlich möchte auch ich nicht mit meinen Wanderstiefeln in einer coolen Großstadtbar herumhängen.

Eine andere „Schwäche“ bei Klamotten: Ich stehe total auf ultraleichte Outdoorausrüstung – die ist allerdings meist ziemlich teuer.

Bruder-Leichtfuß

Elischeba: Stimmt –  und ich bräuchte allein für meine Schuhe so einen Rucksack 🙂 Auf deinem Blog schreibst du, dass du am glücklichsten bist, wenn du morgens noch nicht weißt wo du abends schlafen wirst. Wie sieht ein Bruder Leichtfuss denn seine Zukunft?

Timo: Im Moment bin ich ziemlich zufrieden mit meinem Leben – ich hätte also erstmal nichts dagegen, wenn es so weiter geht! Natürlich wäre es schön, wenn ich meine Schreiberei in Zukunft so weiter ausbaue, dass ich mir irgendwann mal etwas mehr leisten kann. Hast du einen spannenden Auftrag für mich?

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Elischeba: Na schau dir einfach an, wer im Bereich „Werbung“ und „Gastautor“ (gesponsert) auf meinem Blog inseriert – die Kunden mögen vielleicht auch zu dir passen. Würdest du mir als Frau auch mal den Tipp geben zu trampen oder ist das eher Männersache?

Timo: Absolut! Frauen werden viel schneller mitgenommen, wahrscheinlich liegt das am Beschützerinstinkt. Gerade habe ich in meinem Blog ein Interview geführt mit einem Mädel, das gerade alleine unterwegs ist von Deutschland aus nach Malaysia – per Anhalter. Sie ist ziemlich begeistert und hat eine Menge Spaß!

Elischeba: Das Interview muss ich unbedingt lesen! Du hast fast die ganze Welt gesehen. Wo war es am schönsten?

Timo: Das ist eine ganz, ganz schwierige Frage. Ich bin riesiger Fan von ganz Südamerika, im Moment hat es mir Norwegen ziemlich angetan. Am schönsten fand ich es aber wahrscheinlich mitten auf dem Atlantik, nahe des Äquators und weit weg von jeder Zivilation. Aber ich will ja auch noch unbedingt mal nach Patagonien, und auf die ganzen Südseeinseln im Pazifik und, und, und …

Timo am Globus

Elischeba: Da hast du dir viel vorgenommen. Was sollten meine Leser deiner Meinung nach unbedingt mal ausprobieren?

Timo: Trampen, Campen, Segeln, Couchsurfen – es gibt so viel zu tun und zu entdecken auf dieser Welt und so viele unterschiedliche Arten, Spaß zu haben!

Danke für das Interivew, lieber Timo und viele Grüße nach Norwegen (wo du dich gerade befindest)

Viele Grüße von Elischeba und HIER geht`s zum Bruder Leichtfuss

Disclaimer: Die Fotos gehören alle Bruder Leichtfuss und dürfen nur mit seiner Genehmigung von euch verwendet werden.

 

8 Kommentare zu Interview mit einem Tramper

  1. cooler typ – ich wäre dafür zu ängstlich und zu bequem, aber das interview gefällt mir 🙂

  2. nur reisen wie herrlich !!!

  3. Geniales Interview (auch die Bilder sind toll) und bei dem Rucksack musste ich total lachen. Die Idee mit dem Gesicht finde ich sehr witzig und trampen wäre wirklich mal etwas, dass ich gerne probieren möchte. Leider ist das bei einer begrenzten Reisezeit immer sehr schwierig und so verlasse ich mich meistens auf die „Zeitmaschine“. 😉

    Liebe Grüße
    Christina

    http://www.hallo-welt.cc

  4. Hey Bruder Leichtfuss,

    kannst mich nicht mal mitnehmen auf eine deiner Reisen? 🙂 🙂 🙂

    LG

    Anja

    (Model, hat Zeit und ist freiberuflich tätig)

  5. Das ist spannend. Schönes Interview. Ich bin früher auch gern getrampt, habe allerdings auch das Gefühl bekommen, dass es mit der Zeit schwieriger wurde, weil die Menschen Mißtrauischer werden. Das finde ich schade. Jetzt, wo ich nicht mehr so die Freiheit habe, einfach mal so ins Blaue zu starten, mache ich immer noch das Zwischending, indem ich mir bei Blablacar wen zum Mitfahren suche, so kommt man einerseits ans Ziel, lernt aber auch immer mal wen neues kennen (letzte Bekanntschaft: Hauptberuflicher Akrobat aus Mexiko auf dem Weg nach Hamburg).

  6. Tolles Interview!

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