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Restaurantkritik Carpe Diem in Bocholt

Draußen ist es nasskalt und stürmisch. Da lockt nach einem kleinen Einkaufsbummel durch Bocholt die Gemütlichkeit des Carpe Diem. Nutze den Tag. Nutze den Samstagabend. Hereinspaziert. Kerzen, eine schicke Einrichtung und eine coole knallrote Couch. Für so viel Chic bin ich doch gar nicht richtig angezogen. Und dann hab ich noch ein Baby auf dem Arm. Au Weia.

Wir werden trotzdem freundlich hereingelassen. Ich schaue mich weiter um. Gäste auf engem Raum und eine winzige Küche mit zwei Kochplatten. Originell irgendwie.

CarpeDiemBocholt_600

Nachdem wir Platz genommen haben und ich mein acht Monate junges Baby füttere, kommt die Bedienung. Ich bestelle ein alkoholfreies Weizenbier. Als die Getränke gebracht werden, möchte die junge Dame wissen, was wir gern essen möchten.

„Darf ich dafür die Karte haben?“ antworte ich fragend. „Es gibt keine Karte, die Gerichte sind hier an die Wand geschrieben“, antwortet mir das Mädchen. Da muss ich erst mal aufstehen und näher ran. „Möchten Sie eine Vorspeise haben?“, fragt sie. „Oh erst einmal möchten wir die Auswahl auf uns wirken lassen“, erwidere ich, da schnelle Entscheidungen nicht zu meinen Stärken gehören.

antipastibocholt_600

Dann sind wir so weit. Einmal Antipasti als Vorspeise mit zwei Tellern. Für mich bitte Ravioli mit Butter, Salbei und Spinat als Hauptgericht und für meinen Mann das Rinderfilet. Die Verwunderung kommt bei der Beilage.

Es gibt Gemüse oder Pasta. Normalerweise haben wir gern Kartoffeln oder Pasta und etwas Gemüse zum Steak. Nun ja – hier gibt es entweder oder. Mein Schatz Pierre wählt die Nudelvariante. Pizza hat der Italiener nicht auf dem Programm. Lieber Klasse statt Masse.

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Unsere Speisen sind sehr fein. Richtig fein. Die Vorspeise beglückt uns mit ein paar Oliven, gegrillten Champignons, Zucchini und Auberginen sowie Tomate und Mozzarella. Der Hauptgang lässt ein bisschen auf sich warten – hier ist eben alles frisch. Und sehr hochwertig. Tolle Öle, hausgemachte Pasta. Man schmeckt die Liebe zu den Lebensmitteln, die der Inhaber Nico beim Kochen für seine Gäste übrig hat.

Ein äußerst freundlicher Gast am Tisch gegenüber bietet uns spontan an, unseren Zwerg zu bespaßen, während wir essen und er auf seine Bestellung wartet. „Wir beide haben die gleiche Frisur“, beginnt er lachend die Unterhaltung mit Leon.

Auf Babys ist man hier weniger eingestellt. Auf die Frage, ob es einen Wickeltisch gibt, werden wir erst mal mit großen Augen angeschaut. Ich habe das Gefühl, dass das Personal, welches nicht ein einziges Lächeln für unser Baby erübrigt, ein wenig Angst davor hat, dass unser Goldschatz seine Stimme erhebt und andere Gäste mit unterhält.

Nachdem wir unsere Rechnung bezahlen und den Abend Revue passieren lassen, sind wir uns einig, dass die Portionen eher klein und recht teuer sind. Die Qualität ist gut, aber ich werde gerne richtig satt.

Eine Dame aus Nierstein hat mir einmal gesagt, dass man am einfachsten richtig alt wird, wenn man aufhört zu essen, wenn man noch einen Hauch Hunger hat. Na – sie ist hier richtig aufgehoben. Und auch alle, die gern nobel essen und gerne für Qualität und Gemütlichkeit etwas mehr Geld ausgeben. Kleiner Tipp: am Wochenende lieber einen Tisch reservieren.

Kontakt zum Restaurant

 

2 Kommentare zu Restaurantkritik Carpe Diem in Bocholt

  1. bei dem Spruch „der Dame aus Nierstein“ musste ich lachen: alt werden weil man aufhört zu essen wenn man noch Hunger hat …. nee da werde ich lieber 88 statt 90 und geniesse das Leben 🙂

  2. da war ich auch schon mal essen – bin auch nicht satt geworden – meine Freundin dagegen ja die fand die Portionen genau richtig

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