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Koffer per Fracht nach Vietnam, Bürokratie, Preise, Auto

Fünfter Tag

Hallo aus Vietnam,

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„Das macht dann 600 Euro bitte.“ Wer meinen Blog mitverfolgt, der hat den Eintrag mit dem „kleinen Schock“ am Flughafen möglicherweise gelesen. Schön, dass mein Mann die spontane Idee hatte, die Dame am Schalter nach den Möglichkeiten der Versendung von Koffern per Fracht zu fragen. Während ich bereits mit meinen wichtigsten Kleidungsstücken und Schuhen durch die Sicherheitskontrolle gegangen bin, hat mein Schatz sämtliche Formulare ausgefüllt. Das hat immerhin 450 Euro gespart!

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Am Ho Chi Minh City Airport angekommen wurde ich am Flughafen mit zahlreichen Fragen überhäuft: „Wie sieht der Koffer aus?“ „Wann kommt er an?“ „Wo ist der Beleg dafür?“ Man schien mit der Situation ein wenig überfordert zu sein – gutes Englisch konnte niemand und meins ist nicht perfekt.

Koffer per Fracht verschicken und am Zielort empfangen – gar nicht so einfach in Vietnam

„Ob das gut geht?“ dachte ich mir ein wenig besorgt. Mein Süßer hat kurz darauf im Internet eine Seite gefunden, welche genau zeigt, wo sich der Koffer wann befindet.Drei Tage nach meinem Abflug hat er herausgefunden, dass mein Koffer Vietnam erreicht hat und dass ich per SMS informiert wurde. Jedoch habe ich noch keine Nachricht erhalten und wenn niemand den Koffer am Zielort abholt, dann geht er in der Regel wieder zurück nach Deutschland.

Mein Mann Pierre hat mittlerweile den Beleg für die Frachtkosten eingescannt und zusammen mit einigen Informationen online zum Imperial Hotel geschickt. Nach vielen Mails und den helfende Händen von den Volunteers der Mrs. World Organisation kam endlich die Nachricht von Dung Bui. „Your luggage is arrived.“ Die weniger erfreulichen News folgten kurz darauf: Es war nicht möglich, dass die Fahrer, die Mrs. Dominican Republic (NILENY DIPPTON), vom „airport HCMC“ abholen wollten, meinen Koffer mitbringen.

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Mich würde nun ein ganzer Tag im Auto erwarten, um nach HCMC hin und wieder zurück zu fahren. Ging nicht anders, also habe ich für den Folgetag zugesagt, während die anderen Missen einen Tagesausflug gemacht haben. Neben mir hatte Mrs. Libanon Platz genommen, die ihren Koffer von Beirut aus nach Vietnam per Schiff verschickt hat. Neugierig habe ich auf dem Weg aus dem Fenster geschaut: Mofas, hupen, reger Verkehr, freundliche und lächelnde Gesichter mit spitzen Hüten. Palmen, Sonne, bunte Häuser, Werbeplakate mit europäisch aussehenden Frauen.

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Plötzlich ist ein Ambulanz Wagen mit rotem Blinklicht und Alarm an uns vorbei gefahren. „Ich liebe dieses Land, aber ich möchte hier nicht ernsthaft krank werden“ fügte unser Guide aus Israel beim Blick aus dem Fenster hinzu, der neben uns saß. „Die Krankenwagen haben hier nur eine einfache Liege und sind auf nichts vorbereitet. Der Weg ins Krankenhaus kann drei Stunden und mehr dauern – bis dahin sind viele Patienten leider schon gestorben“ fügt er hinzu. „Puh, das ist heftig“ antworte ich und erinnere mich daran, dass ich hier auch schon meine Erfahrungen mit dem „vung tau hospital“ gemacht habe und auf der Fahrt dorthin hat der Kleinbus die ganze Zeit richtig heftig gewackelt.

Ohne vietnamesische Hilfe kaum möglich

Mittags ging es erst mal Richtung Restaurant und das landestypisch: In einem Suppennudelhaus konnte man die passenden Beilagen wählen – ich habe mich für Hähnchenfleisch entschieden und war beeindruckt davon, dass ich für drei Dollar richtig satt wurde. Danach startete die Bürokratie: Erst ging es mit vietnamesischer Begleitung in ein riesiges Gebäude voller Kartons und Maschinen. Danach sind Mrs. Libanon und ich den Damen in einen Raum mit drei Sekretärinnen und jeweiligen Schreibmaschinen gefolgt.

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Die Businessfrauen haben ziemlich schnell für Besucher deren Wünsche nacheinander eingetippt. Anschließend ging es noch in ein Gebäude mit anwesenden Polizisten unduniformierten Personen. Zwischendurch war langes Warten angesagt – die hübsche Kandidatin aus dem Libanon ist ein äußerst stiller Typ, also haben wir beide die meiste Zeit einfach ins leere gestarrt. Mit meiner kleinen Panasonic Lumix TZ7 bin ich so lange herum gelaufen, bis ich freundlich darum gebeten wurde, keine Bilder mehr zu erstellen.

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Unsere Helfer hatten unsere Reisepässe in der Hand und häufig länger mit den Angestellten diskutiert. Schien alles nicht so einfach zu sein. Nachdem wir den Vietnamesen noch einmal in einen weiteren Lagerraum hinterher gelaufen sind, stand er dann endlich da. Mein Koffer! Nicht nur meiner. Auch der von Mrs. Libanon. Am Stück und unversehrt. Meine Güte, das war eine Prozedur. Ohne die intensive Unterstützung der vietnamesischen Helfer vom Hotel fast unmöglich alleine zu schaffen, denn dafür ist englisch als zweite Sprache in Vung Tau einfach zu unverbreitet.

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Das Glück wird nicht im Außen gesucht

Auf dem Rückweg haben wir an wunderschönen buddhistischen Tempeln halt gemacht um zwei weibliche Mönche einzusammeln. Ich habe mir bei dieser Gelegenheit für fünf Minuten die Füße vertreten und den inspirierenden Duft der Räucherstäbchen wahrgenommen. Welch eine Ruhe dieser Ort ausstrahlte. Grüne Landschaft, Palmen, Blüten, ein paar herumlaufenden Hunde. Ich ging an Räumen vorbei in denen Männer in dunkelorangefarbigen Umhängen und kahl rasierten Köpfen saßen.

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Sie haben Reis gegessen und mir freundlich zugelächelt. Diese Menschen lehren, dass das Glück nicht im Außen in der materiellen Welt gesucht werden sollte, sondern dass Herzensfrieden von innen kommt. „You are very nice“ fand der weibliche Mönch im hellgrauen Umhang auf dem Rückweg, der neben mir saß. Dann erklärte mir die Dame, deren Haupthaar geschoren getragen war, dass sie blonde Haare und weiße Haut schön findet.

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Abends hatte sie uns 86 Missen aus der ganzen Welt noch eine kleine Einführung in die Meditation gegeben. Doch kann man entspannen, wenn drei Kamerateams aufs eigene Gesicht gerichtet sind? Andererseits ist das hier mittlerweile Alltag und irgendwann nimmt man die Begleitung der Medien gar nicht mehr richtig wahr…

Bis zum nächsten Mal und liebe Grüße von Elischeba Wilde

 

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