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Leuchtturm Vung Tau, Schule Kinder Handicap, Vo Thi Sau memorial statue

Kontakt zur Familie

Heute stehen Ausflüge auf dem Programm – wir werden erleben, was Vung Tau an kulturellen Highlights und landschaftlichen Schönheiten bietet. Beim morgendlichen Frühstück finde ich die kleine „Misses Mauritius“ süß, die zu unserem Küken der Großgruppe gehört. „I miss my husband“, sagt die Frischvermählte und -verliebte traurig mit ihren großen dunkelbraunen Augen. Wir heben ihre Stimmung ein bisschen und bedienen uns am hervorragenden Frühstücksbuffet unserer luxuriösen Bleibe.

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Dank kostenlosem Wireless LAN und ein paar bereitstehender Computer können wir den Kontakt zu unseren Liebsten halten. „Misses Germany, say hello to my family“, ruft mich Misses Schweden an ihren Tisch, während sie gerade Skype offen hat und ich in diesem Moment das Gesicht ihres Vaters im kleinen Fenster sehe. Mit einer der vielen  Billigvorwahlen (wie zum Beispiel 01013) kann mich mein geliebter Pierre für circa drei Cent die Minute auf dem Festnetz im Hotelzimmer anrufen – was wegen der Zeitumstellung von sechs Stunden natürlich nicht jederzeit geht. Denn wenn ich morgens aufstehe, dann schläft mein Schatz seit circa einer Stunde tief und fest im heimatlichen Westmünsterland (geboren bin ich in der schönen Stadt Köln).

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Leuchtturm Vung Tau

Mit zwei großen „Mrs. World Bussen“ werden wir zur Umgebung Vung Taus gefahren. Vorbei an sattgrüner Palmenlandschaft erreichen wir nach einer Viertelstunde unser erstes Ziel für heute: Den weißen Leuchtturm. „Jurassic Park“ ruft uns ein Einheimischer auf dem letzten Fußweg dorthin grinsend zu und zeigt per Handbewegung auf die Umgebung. Ein hervorragender Ausblick auf eine Stadt voller bunter Häuser, auf den weißen Sandstrand und das hellblaue Meer erwartet uns. „Seht Ihr die Statue da drüben?“ fragt uns ein vietnamesischer Guide.

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„Diese solle Jesus darstellen und wurde um 1970 herum von der christilichen Minderheit erbaut,“ erklärt der junge Mann. Zwischendurch ist immer wieder amerikanische und asiatische Presse an unserer Seite. Ein regionales TV Team möchte von mir wissen, wie mir Vietnam gefällt und was ich beruflich mache. Ich erkläre mit zitternder Geste, wie kalt es gerade in Deutschland ist, und dass ich froh bin, hier zu sein und mich auf meinen Schatz freue, der für einen anschließenden Urlaub nachkommt. Auch spontane Fotoshootings stehen auf dem Programm.

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Mittags heißt es wieder: Zugreifen am köstlichen Buffet vom hochwertigen Imperial Hotel mit vielen landestypischen Spezialitäten in bester Qualität. So sind wir perfekt für den Nachmittagsausflug gestärkt. „Where is the restroom, please?“ frage ich beim Zwischenstopp und stelle immer wieder das gleiche fest: Vietnamesische Waschräume besitzen weder Toilettenpapier noch Seife – wer sich rundum wohl fühlen möchte, der sollte beides immer dabei haben!

Beeindruckender Tempel mit erschreckender Geschichte

Imposant ist der Eingang des Võ Thị Sáu Tempels, mit seinem drachenartigen Treppenhaus und seinen tollen Farben. Erschreckend dagegen die Geschichte der 16jährigen Võ Thị Sáu, welche nach einer bewaffneten Aktion gegen die französischen Kolonialherren gefasst und zum Tode verurteilt wurde. Die zivile Rechtsprechung Frankreichs verbot es jedoch, die Minderjährige zu exekutieren.

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So wurde sie dann als erster weiblicher Häftling auf die berüchtigte Gefängnisinsel Côn Sơn gebracht, damit ihre Henker dort auf ihre Volljährigkeit warten konnten. Am 23. Januar 1952 wurde die Todesstrafe durch Erschießen vollstreckt. Für die Vietnamesen starb Võ Thị Sáu als Heldin – jedes Kind in diesem Lande kennt ihr Schicksal. In vielen Orten ist eine Straße nach dem Mädchen benannt und Schulen tragen ihren Namen.

Ein Herz für Kinder

Der anschließende Besuch der Schule für Kinder mit Handicap ist rührend. Viele von ihnen tanzen für uns auf der Bühne – ein Mädchen nimmt meine Handfläche und zeichnet mit ihrer Zeigefingerspitze symbolisch ihren Namen auf und fragt mich, wie ich heiße. Manche der Kleinen umarmen mich spontan und lächeln mir zu. Als ich sie fotografiere und ihnen das Bild nachher im Display zeige, sind sie ziemlich fasziniert. Einige von ihnen würde ich am liebsten mit nach Hause nehmen, aber sie sind hier in der Provinz Vung Tau bereits in liebevollen Händen und werden bestens betreut.

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Auf dem Rückweg singen wir im großen Mrs. World Bus schaukelnd „We are the world“ von Michael Jackson und sind beeindruckt vom schönen Abendlicht, welches wir beim Blick aus dem Fenster wahrnehmen. Heute Abend steht nach dem Dinner „Üben für die pompöse Show“ auf dem Programm. Misses Brasilien wirkte übrigens nur so distanziert auf mich (siehe letzter Blogeintrag). Sie spricht kaum Englisch – das ist der tatsächliche Grund.

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Da die exotische Schönheit gerne mit einer spanisch sprechenden Misses im Zimmer sein wollte und ich mit Misses Schweiz, haben wir getauscht. Allerdings habe ich an dem Tag, den ich mit Misses Brasilien als „roommate“ verbracht habe, gestaunt, wie wunderschön sie sogar ungeschminkt ist. Optisch gehört die knapp 1,80 Meter große Mutter zu meinen Favoritinnen.

Wir sind gespannt auf den morgigen Tag und träumen nachts von unseren Ehemännern und Kindern (der Großteil von uns hat Nachwuchs).

Bis morgen und liebe Grüße von Elischeba

 

2 Kommentare zu Leuchtturm Vung Tau, Schule Kinder Handicap, Vo Thi Sau memorial statue

  1. Süße Kinder!

  2. Interessante Jesustatue.
    WUsstest dei Elischeba, dass mein Namenspatron (oder der dazu gemachte) Maximilian Kolbe nicht nur bekannter Märtyrer war sondern auch aktiver Asienmissionar in Japan vor dem 2. Weltkrieg war?
    Passt hier in dem Zusammenhang ja mal zu erwähnen.

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